March 22, 2013

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February 24, 2013
"Wir leben in keiner revolutionären Situation, und eigentlich ist es schlimmer als je. Das Grauen besteht darin, daß wir zum ersten Mal heute in einer Welt leben, in der man sich das Bessere gar nicht mehr vorstellen kann."

— Horkheimer, Max; Theodor W. Adorno: Diskussionen über Theorie und Praxis, 1956, HGS 19, S. 70

(Source: abgrundtiefe, via grand-hotel-abgrund)

February 15, 2013
"Dass ausgerechnet der Tod, der ultimative Schicksalsschlag, als Befreiung ersehnt werden kann, die aus den zahllosen schicksalshaften Zwängen der Existenz erlöst, zeigt an, was an Hoffnungen den Menschen geblieben ist: dass jede Qual wenigstens irgendwann ihr Ende findet. Ginge es nach dem Stoff der Sagen, Mythen und Legenden, fürchteten die Menschen die Unsterblichkeit stets mehr als den Tod. Die Bilder des Paradieses bleiben in jeder Religion hoffnungslos, vage und unbestimmt; die ewige Verdammnis aber lässt sich bis in die kleinsten Details ausmalen. Ob Höllenqualen oder ruhelose Wanderschaft, das Grauen besteht gerade darin, dass es nur mehr vom Immergleichen ist. Weil eine andere Form der Überwindung des Todes nicht denkbar scheint, haben Ideologen daraus immer schon den Schluss gezogen, diese wäre auch gar nicht wünschbar; ohne Leid und Trauer, so der beliebte Allgemeinplatz, auch kein Glück. Unbegrenzt vom Tod würde jeder Genuss auf Dauer schal und jede Handlung bedeutungslos. Nur heißt Unendlichkeit, entgegen Nietzsches Propaganda fürs amor fati, nicht notwendig auch unendliche Wiederholung. Die Mathematik kennt die irrationalen Zahlen, in denen sich die Ziffern nach dem Komma zu immer neuen Gestalten zusammenfügen, ohne je ein wiederkehrendes Muster zu bilden; unerschöpflich sind, heißt das, auch die Möglichkeiten des Neuen. Dass der fliegende Holländer und solche Leute ihr ewiges Leben als ewige Strafe verbüßen, verdankt sich nicht der Natur der Unendlichkeit. Wo die Schwerkraft der Verhältnisse die Phantasie daran hindert, über jene hinaus zu denken, erhebt sie sich erst recht nicht über die Barriere des Todes."

— Les Madeleines - Thesen zu Materialismus und Tod, In: Extrablatt Ausgabe 8

(Source: extrablatt-online.net)

February 6, 2013
"Wir mögen nicht wissen, was der Mensch und die rechte Gestaltung der menschlichen Dinge sei, aber was er nicht sein soll und welche Gestaltung der menschlichen Dinge falsch ist, das wissen wir, und einzig in diesem bestimmten und konkreten Wissen ist uns das Andere, Positive, offen."

— Theodor W. Adorno, „Individuum und Organisation“ [1953], in: Ders., Soziologische Schriften I, Frankfurt/Main: Suhrkamp 2003, S. 456.

February 6, 2013
"Von Menschen, die darauf abgerichtet sind, sich während des ernsten Teils des Tages komplett absurd gewordene Produktionsverhältnisse gefallen zu lassen, […] ist nicht zu erwarten, daß sie nach Feierabend plötzlich lebendig werden."

— Wolfgang Pohrt - Theorie des Gebrauchswerts, Berlin, 2001, S. 59.

February 6, 2013
"

Dort draussen, bei meinen Freunden, passiert in Wirklichkeit, wie ich wohl weiss, gar nichts. Es gibt nichts, was ich verpasse; jeden Freitag Abend beeile ich mich, dorthin zu kommen, wo ich sie finde.

Es ist jedesmal wieder ein Schlag. Die Zeit, die mir von der Maschine so qualvoll leer in die Länge gezogen ist, geht dort draussen, in der Freizeit, ebenso leer, nur rasch vorbei; es ist gar nicht Zeit genug, in den kurzen Tagen dazwischen, dass etwas passieren kann, das ich verpassen könnte.

Ich sitze mit ihnen dann, an immer den selben Orten, und wir führen immer dieselben Gespräche; meine Sehnsucht nach ihnen bleibt ungestillt; irgendetwas hält uns alle voneinander fern. Wir können nicht miteinander reden, es sei denn, wir sind betrunken, aber, oh Unglück, dann können wir nicht mehr zuhören.

Es ist keine Freude in dieser Trunkenheit, nicht einmal Flucht, unweigerlich kommt irgendwann eine Traurigkeit, aber wenn wir anfangen, einander unsere tiefsten Gedanken mitzuteilen, finden wir uns leer an Worten dafür; in unserer Not klammern wir uns an zwei drei wie gestanzte Sätze, die wir wie auswendig immer wiederholen, wie als ob uns jemand verstehen sollte, wo wir doch nur unsere eigene Furcht damit bannen.

Wenn wir betrunken sind, gehen wir in die Disco, wo die Musik so laut ist, dass wir uns nicht mehr unterhalten müssen. Früh im Morgenlicht gehen wir nach Hause, einzeln oder zu zweien; den nächsten Tag verschlafen wir, das macht man zweimal so, dann fängt die Arbeit wieder an.

Wenn es die Wochenenden nicht gäbe, man müsste sie erfinden, um zu beweisen, dass es noch ganz anderes zu fürchten und zu hassen gibt als die Arbeit. Wie sollten wir nicht verurteilt sein, unter der Arbeit zu leben, wenn jede Stunde, die wir ohne sie verbringen, beweist, dass wir es nicht können?

"

Bekenntnisse eines jungen Lohnarbeiters, Teil II

In: Letzter Hype Nr. 13

(Source: letzterhieb.blogsport.de)

December 26, 2012
“Wow schön dich mal wieder zu sehen! Wie geht es dir so?”

“Wow schön dich mal wieder zu sehen! Wie geht es dir so?”

(Source: wolfgangbahro)

December 26, 2012
"Sie wollte sich nicht zum Gehen entschließen, fühlte sich gut und müde. Schließlich war es aber noch nicht elf Uhr als sie ging. Ich legte mich gleich zu Bett, weil mein Abend erfüllt, wenn auch noch so kurz gewesen war. Ich sah, daß es für uns keine Einsamkeit gibt, wenn gleichzeitig der Mensch, welchen wir lieben, wenn auch an einem andern Ort, wo wir ihn nicht erreichen können, einsam ist. So scheint im Grunde das Gefühl von Einsamkeit ein reflexives Phänomen zu sein, das uns nur trifft wenn es von uns bekannten Menschen, am meisten von dem Menschen den wir lieben, wenn sie sich ohne uns gesellig vergnügen, auf uns zurückstrahlt. Und sogar der an sich, im Leben überhaupt, Vereinsamte, fühlt sich nur einsam im Gedanken an die, wenn auch unbekannte, Frau oder an einen Menschen, die nicht einsam sind und in deren Gemeinschaft auch er es nicht wäre."

— Walter Benjamin: Moskauer Tagebuch.

(Source: bubizitrone)

December 24, 2012

(Source: undertakethislaw)

December 6, 2012
"Wer nicht böse ist, lebt nicht abgeklärt, sondern in einer besonderen, schamhaften Weise verhärtet und unduldsam. Aus Mangel an geeigneten Objekten weiß er seiner Liebe kaum anders Ausdruck zu verleihen als im Haß gegen die ungeeigneten, durch den er freilich wiederum dem Verhaßten sich angleicht. Der Bürger aber ist tolerant. Seine Liebe zu den Leuten, wie sie sind, entspringt dem Haß gegen den richtigen Menschen."

— Theodor W. Adorno: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Frankfurt am Main 2003, S. 25f. (via mrclndr)

(via abgrundtiefe)

December 6, 2012
Leseempfehlung: Eric Peters - Offener Brief an die BSAG Betrifft: Die neuen Straßenbahnen (Modell GT8N-1)

December 6, 2012

(Source: cuntamination, via metgier)

December 6, 2012

(Source: neointimacy, via onlyaabutxxx)

December 6, 2012

(Source: mmmsimpsons)

December 6, 2012

(Source: lorotandoporai, via dernaldo)

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